Historisches

1897 Mitgliedschaft in der Kirchgemeinde als Voraussetzung für die Pacht eines Gartens.

Grabkapelle auf dem alten Güntz-Friedhof in Probsheida (dieser erstreckte sich zu Teilen vom heutigen Parkplatz bis zum Vereinshaus)
Grabkapelle auf dem alten Güntz-Friedhof in Probsheida (dieser erstreckte sich zu Teilen vom heutigen Parkplatz bis zum Vereinshaus)

Die 1897 eingerichteten Familiengärten waren in erster Linie eine Wohlfahrtseinrichtung. Die Pachtverträge wurden vom Kirchenvorstand der Immanuel-Kirche in Probstheida ausgestellt. Zur Erpachtung eines Gartens waren grundsätzlich nur Mitglieder der Kirchgemeinde berechtigt.

1940 Eine geheime Druckerei in unserer  Gartenanlage?
Bei einer Gartenbegehung 1969 erzählten ein ehemaliger Vereinsvorsitzender und ein Gartenfreund, dass während der Nazizeit bis 1940 im Garten Nr. 37 in einem Ziegenstall ähnlichen Gebäude (das Bauwerk steht heute nicht mehr) Druckmaschinen standen, auf denen Flugblätter gedruckt wurden. Bevor die Druckerei 1940 aufflog, war der Gartenpächter zur Wehrmacht eingezogen worden.

1968 Zutritt zu unseren Gärten nur unter Polizeischutz
Am 30. Mai 1968 wurde das vom Krieg verschonte kulturhistorisch wertvolle Bauwerk am Augustusplatz – die Pauliner Kirche – auf Weisung von SED – Chef Walter Ulbricht und Bezirkssekretär Paul Fröhlich In die Luft gesprengt, damit die sozialistische Gestaltung des Karl-Marx-Platzes vollendet werden konnte.
Die Mitglleder von unserem Verein erlebten hautnah, wie die Trümmer dieser Kirche in die „Etzoldsche Sandgrube“ gebracht wurden. Weiträumig war die eingezäunte Geländefläche von der Polizei abgesperrt. Wer in unsere Gärten wollte, musste meist lange mit den Polizisten diskutieren. Unter ‚Begleitschutz‘ der Polizei wurden dann die Mitglieder in die Gartenanlage geführt. Dass es trotzdem einigen Gartenfreunden gelang, Steine und Balken für den Bau einer Laube, oder Holz für Brennzwecke aus dem Trümmern zu bergen, gleicht einem Wunder.

1972 Funde aus der Völkerschlacht
Bei Schachtarbeiten auf dem ehemaligen Grabeland stieß man auch auf Knochenreste
und Messingknöpfe. Bei näherer Betrachtung entpuppten sich die Messingknöpfe als Überbleibsel einer Uniform eines französischen Soldaten aus der Völkerschlacht. Bei den Knochenresten wurde festgestellt, dass der französische Soldat in einer Tiefe von 70 cm begraben war. Warten in unseren Gärten noch weitere Überbleibsel der Völkerschlacht auf Ihre
Bergung?

Säbel aus der Völkerschlacht. Fundort: Garten 97

1974 Waffenfunde in unserer Anlage
Als nach einem Pächterwechsel im Garten Nr.111 der Gartenfreund die alte Holzlaube abriss, um Platz für eine neue Laube zu schaffen, fand er unter den Dielen mehrere Panzerfäuste aus der Zeit des 2. Weltkrieges.
Das Malheur war groß. Ein riesiges Polizeiaufgebot sperrte das Gelände weiträumig ab, und der Munitionsbergungsbetrieb transportierte den gefährlichen Fund ab.

Heute…
sind auch teilweise noch historische Lauben, welche um 1900 erbaut wurden, in unserer Gartenanlage zu entdecken.

Unsere Gärten in der Gründungszeit um 1900
Unsere Gärten in der Gründungszeit um 1900
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Garten 69 mit historischer Laube um 1900
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Garten Nr. 67 historische Laube um 1900. Die Laube wurde 1996 von unserem Gartenfreund Dieter Mittman restauriert.